Mit „Kann was“ fängt die Freundschaft an
Uetersener Nachrichten vom 12. Oktober 2005: Regionalgeld kann was. Davon ist Dr. Frank Schöpke, Erfinder des Regionalgeldes „Kann was“ überzeugt(von Klaus Plath).
Uetersen/Itzehoe. Viele klagen über den Euro. Er fördere nur eines: die Globalisierung, heißt einer der Vorwürfe. Ein anderer: er schwäche die Binnennachfrage. Ein Euro sei ein Teuro. Die „Macher“ des „Kann was“ haben sich dieser Kritik gestellt und reagiert. Sie haben eine Regionalwährung und ein System entwickelt, um den Umsatz vor Ort zu stärken.
Martin Westendorff, einer von 178 Mitgliedern im „Kann Was-Verein“, hat das System kürzlich Itzehoer Kaufleuten als Marketing-Möglichkeit und solidarisches Prinzip vorgestellt. Der studierte Betriebswirt und Inhaber des Dorfladens in Aukrug-Innien verglich das lokale Geld mit einem „Pflanzring für die regionale Wirtschaft“. Denn das Geld sei auf schleswig-holsteinisches Territorium begrenzt und werde auch nur dort akzeptiert, erläuterte Westendorff.
Und der „Kann was“, den es als Schein gibt, sei vergleichbar mit einer „heißen Kartoffel“, so der Referent. Jeder wolle ihn schnell umsetzen. Warum das? „Wer im Januar für 11.20 Euro einen Zehn-Kann was-Schein erwirbt, der kann im Januar auch für 11,20 Euro Waren oder Dienstleistungen beziehen. Im Februar aber nur noch für 11,10 Euro“, erläuterte Westendorff. Konkret: Der Wert des Geldes sinkt von Monat zu Monat. Zwölf Prozent Verlust habe der zu tragen, der ihn ein Jahr lang aufbewahre und dann etwas kaufe, so Westendorff.
Weil das niemand wolle, werde der Umsatz in der Region, die ihn benutzt, stark beschleunigt. Das, was der Euro nicht kann, also die Binnenkonjunktur anregen, sei mit dem „Kann was“ machbar - auf örtlicher Ebene. Denn Menschen, die sich für den „Kann was“ entscheiden, würden sich über das Geld solidarisieren, würden ihn als „ihr Geld“ ansehen“ und seien einfach zufriedener.
„Kann was“, so sagte es Thomas Franke aus Heidgraben, der das Regionalgeld ebenfalls als Zahlungsmittel akzeptiert, könne sich auch in Uetersen durchsetzen. Er möchte das Prinzip im November in der Rosenstadt vorstellen. Ein konkreter Termin steht noch nicht fest. Die UeNa werden diesen in einer ihrer nächsten Ausgaben bekanntgeben.

