Kirschblüte breitet sich aus
Stadtverordnete sollen Sitzungsgeld in Regionalwährung erhalten
Quelle: Hessisch-Niedersächsische Allgemeine vom 16.12.04 Autor: Werner Keller
Witzenhausen. Die Kirschblüte, seit Oktober regionale Ergänzungswährung in Witzenhausen, soll sich ausbreiten können. Im Sinne einer Stärkung der Region soll der Magistrat eine Ausweitung auf dem gesamten Altkreis Witzenhausen prüfen.
Das beschloss die Stadtverordnetenversammlung am Dienstagabend fast einmütig - bei einer Nein-Stimme und einer Enthaltung der FDP. FDP-Stadtverordneter Rolf-Dieter Feldmann hält die Idee grundsätzlich für gut und würdigte das Engagement des Trägervereins. Aus FDP-Sicht soll sich die Regionalwährung erst in der Wirtschaft bewähren, ehe man sie auf die Verwaltungen überträgt. Gehälter in der Verwaltung in Kirschblüten auszuzahlen, das sei aber wohl nicht realistisch.
Zugrunde lag ein Antrag der CDU-Fraktion, deren Abgeordneter Stephan Brübach die Kirschblüte grundsätzlich für ein interessantes Experiment zur Stärkung regionaler Wirschaftskreisläufe hält.
Der Antrag wurde von der SPD-Fraktion übernommen und verändert. Nun soll der Magistrat beauftragt werden, gemeinsam mit dem Trägerverein aufgrund bisheriger Erfahrungen ein Konzept zu prüfen, wie die Kirschblüte in den verschiedenen Bereichen des öffentlichen und privaten Geschäftslebens Akzeptanz finden könne. und wie man die Nachbarschaft einbinden könne.
Ursprüngliche Überlegungen waren weitgehender - so war im Vorfeld diskutiert worden, den Verwaltungsmitarbeitern zumindest einen Teil ihrer Vergütung in Kirschblüten auszuzahlen.
Davon geblieben ist zunächst, dass sich die Mandatsträger auf freiwilliger Basis in eine Liste eintragen konnten und ihr Sitzungsgeld künftig als Blüten erhalten können. Dazu hatten FWG und Bündnis 90/Die Grünen die Initiative ergriffen. Die Stadtverordneten und Stadträte sollen ein Beispiel setzen.
SPD-Sprecher Gerd-Peter Brübach sprach von einer Mini-Globalisierung. Es gelte, die Kaufkraft auch in anderen Städten der Region am Ort zu hatlen. Dabei sei zu diskutieren, ob es bei der Bezeichnung Kirschblüte bleibt oder man auf Werrataler, Gelstertaler oder Meißnertaler umsteigt.
Dr. Christian Platner (Grüne) sieht die Chance für eine positive Regionalentwicklung zwischen den Städten des Werratals - von Eschwege bis Hann. Münden.

