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FDP Bamberg - Statt Euro mit dem „Brückentaler“ zahlen

by mwestendorff last modified 2005-06-14 14:19

FDP will brückenbaugeschädigten Einzelhändlern helfen (Pressemitteilung v. 10. 01. 2005)

Quelle:FDP Bamberg

Vielleicht kann man beim „Käs-Müller“ oder bei Ted Neumann im „Bamberger Musik Center“ auch bald mit dem „Brückentaler“ zahlen. Der „Brückentaler“ ist ein Regionalgeld, das es nach dem Konzept von Stadtrat Matthias Kremer demnächst in Bamberg geben wird. Gegen Euros soll man es an bestimmten Wechselstellen, z.B. an der Infothek des Rathauses, eintauschen können.

In der Diskussion im geschäftsführenden Kreisvorstandes der FDP im Palais Schrottenberg kam zum Ausdruck, daß der Brückentaler die Kaufkraft der Region stärken soll. Nutznießer sollen vor allem kleinere Geschäfte, die Kunden, kurz: die gesamte lokale Wirtschaft in der Innenstadt sein, der durch die anstehenden Neubauten der Luitpold- und Kettenbrücke erhebliche wirtschaftliche Nachteile entstehen.

FDP-Schatzmeister Luitpold Schuster-Wolff führte aus, daß die Idee, eine lokale Alternativwährung zum Euro zu drucken nicht neu ist. Im Regionalnetzwerk, der Arbeitsgemeinschaft für Regionalwährungen sind mittlerweile die Privatinitiativen von zehn Lokalwährungen aus ganz Deutschland vertreten. Fünfzig weitere Initiativen planen die Einführung von Regio-Geld. Im Chiemgau kann man z.B. mit dem „Chiemgauer“ zahlen, in Berlin mit dem „Berliner“ oder im bayerischen Ainring mit dem „Sterntaler“.

Nach den Vorstellungen des FDP-Vorsitzenden Matthias Kremer soll der Brückentaler eine zinslose Währung sein, die man im Verhältnis eins zu eins gegen Euro tauschen kann. Mit einer „Nachhaltigkeitsgebühr“ wird ein Anreiz gesetzt das Geld auszugeben: Der Brückentaler soll nach 6 Monaten seinen Gültigkeit verlieren, beim Rücktausch in Euro soll eine fünfprozentige Gebühr anfallen. Wer dagegen mehr als 50 Euro in Brückentaler umtauscht erhält einen Bonus von 2 Prozent. Hinter der Idee Alternativwährung steht neben dem finanziellen Vorteil für den Verbraucher der Gedanke des Gemeinnutzes. Wer seine Einkäufe statt am Laubanger in der Bamberger Innenstadt tätigt, unterstützt Projekte im Stadtzentrum. 3% der Rücktauschgebühr soll verkaufsfördernden Maßnahmen für die durch den Brückenbau geschädigten Innenstadtgeschäfte dienen , z.B. der Kinderbetreuuung während des Einkaufs. Die restlichen zwei Prozent dienen der Finanzierung des Regio-Geld Projektes selbst.

Matthias Kremer: „Natürlich kann so ein Projekt nur mit einem starken gemeinnützigen Träger funktionieren. Als Stadtrat sehe ich mich in der Rolle des Ideengebers, der ggf. politische Hindernisse aus dem Weg räumt. Beim Stadtmarketingverein oder beim Einzelhandelsverband wäre das Projekt bestens aufgehoben. Von der Stadt Bamberg erhoffe ich die tatkräftige finanzielle und personelle Unterstützung des Projektes durch die Wirtschaftsförderung. Wir können als Kommunalpolitiker nicht nur gebetsmühlenhaft betonen wie wichtig der Innenstadthandel ist, wir müssen auch konkret etwas tun“

Rechtliche Hindernisse gibt es nach der Meinung des Bankfachmanns Kremer übrigens nicht, solange der Paragraph 35 des Bundesbankgesetzes eingehalten wird: Der „Brückentaler“ muß sich in Größe und Farbe deutlich vom Euro unterscheiden, darf räumlich und zeitlich nur begrenzt eingesetzt werden und muß den Aufdruck „Gutschein“ beinhalten.


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